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16.10.2026
OFFENER BRIEF AN DIE SPANISCHE BOTSCHAFT
Wir sind Teil der internationalen Initiative zur Unterstützung der spanischen Umwelt- und Tierschutzpartei PACMA und ihrer Forderung, die Jagdhunde ins Tierschutzgesetz aufzunehmen. Am 18. Oktober ruft PACMA in 13 spanischen Städten zu Demonstrationen auf.
Koordiniert von Plataforma NAC und dem Windhund-Netzwerk e.V. wird zwei Tage vor den Demonstrationen von PACMA in Spanien erneut ein offener Brief an die spanischen Botschaften und Generalkonsulate in ganz Europa übergeben. Dieser offene Brief ging bereits im März an die Institutionen, blieb bis heute allerdings unbeantwortet.
Gemeinsam mit engagierten Gleichgesinnten haben wir uns vor der spanischen Botschaft in Berlin versammelt, um ein wichtiges Zeichen für den Tierschutz zu setzen und die Forderung, die Jagdhunde in das Tierschutzgesetz aufzunehmen, zu unterstützen. Eine Gelegenheit für die Übergabe des offenen Briefes an die spanische Botschaft ergab sich allerdings leider nicht. Aufgrund der kurzfristig anberaumten Neuwahlen in Spanien herrschte an der Botschaft ein sehr großer Andrang. Auch wenn die persönliche Übergabe heute nicht möglich war, haben wir unser Anliegen bereits auf den Postweg gebracht.
Ein ganz herzliches Dankeschön an den TSV NUevaVIDA und an alle weiteren Unterstützer*innen, die heute so kurzfristig dabei waren.
Wir stehen gemeinsam für eine Zukunft, in der auch Jagdhunde den Schutz erhalten, den sie verdienen. Denn Tierschutz darf keine Ausnahmen kennen!


26.09.2026
GALGOMARSCH LEIPZIG
Leipzig ist nur einen Podencosprung von uns entfernt und da der Galgomarsch Leipzig zum Beginn der Jagdsaison stattfindet, haben wir die Gelegenheit, auch mal einen Galgomarsch zu besuchen. Wir unterstützen uns gegenseitig und einmal mehr wurden wir vom Leipziger Orgateam eingeladen, eine Rede zu halten. So hatten wir neben Tina vom Windhund-Netzwerk e.V. und Rafa von Mastines en la Calle die Möglichkeit, unser Anliegen bekannter zu machen. Vielen Dank an Elli für die tolle Organisation in Leipzig!
Redebeitrag Galgos United e.V.
Redner: Christoph Richter
Der Kampf für Tierrechte und Tierschutz ist langwierig.
Er kostet viel Kraft und braucht vor allem eins: Durchhaltevermögen. Oft wiegen Rückschläge mehr als Fortschritte. Doch dass sich Hartnäckigkeit auszahlt, konnten wir gerade erst in Chile sehen. Dort hat die Abgeordnetenkammer am 18. August für ein landesweites Verbot von Windhundrennen gestimmt.
Mit einer überwältigenden Mehrheit. In Neuseeland und Schottland sind Verbote dieses Jahr bereits in Kraft getreten. Und Chile ist nun das dritte Land, in dem 2026 ein Verbot von Windhundrennen angestoßen wurde.
Warum ist das auch wichtig für den Kampf gegen den Missbrauch der Jagd- und Arbeitshunde in Spanien?
Das Beispiel Chile zeigt, das langjähriger, stetiger Kampf Veränderung bewirken kann. Natürlich kann ein Verbot nicht über Nacht alle Probleme lösen. Aber Bekenntnisse zum Tierschutz in den Parlamenten und entsprechende Gesetzesänderungen schreiben gesellschaftliche Akzeptanz fest. Wenn Tierschutzthemen Mehrheiten gewinnen, dann ist eine Gesellschaft bereit für Veränderung. Und diese Veränderung kann nur von innen kommen.
2023 war eine Verbesserung in Spanien in greifbarer Nähe.
Im Entwurf zum neuen Tierschutzgesetz waren Jagd- und Arbeitshunde inbegriffen. Doch die Politik hat sich entschieden, diese Chance nicht zu ergreifen. Sie hat diese Hunde vom Schutz des Gesetzes ausgeschlossen. Ein herber Rückschlag für den spanischen Tierschutz.
Als Spanien im Oktober 2024 von heftigen Unwettern und massiven Überschwemmungen heimgesucht wurde oder als diesen Sommer schwere Waldbrände wüteten, waren es Arbeitshunde wie Wasserrettungshunde, Flächensuchhunde und Mantrailer, die geholfen haben, Menschenleben zu retten. Geschützt vom Gesetz werden sie nicht. Sie wurden genauso ausgeschlossen, wie die Jagdhunde.
Vor allem die mächtige Jagdlobby hat für den Ausschluss gesorgt. Doch der Kampf geht weiter. Denn dieser Rückschlag hat gezeigt: die Jagdlobby hat noch zu viel Einfluss, der gesellschaftliche Druck auf die Politik muss noch größer werden.
Immer noch wissen viele Menschen in Spanien nichts vom Schicksal der Jagd- und Arbeitshunde in ihrem Land. Und auch im restlichen Europa gibt es noch viel Unwissen darüber.
Und dass, obwohl jedes Jahr Zehntausende Jagdhunde in Spanien aussortiert, ausgesetzt, misshandelt, abgegeben oder getötet werden. Man würde denken, schon allein wegen der bloßen Masse, müsste das Problem doch auffallen. Aber nein. Vieles geschieht in abgelegenen Gegenden. Namenlose Hunde werden mit gebrochenen Beinen auf kargen Feldern zurückgelassen, in Schluchten oder Brunnen gestürzt, halb erschlagen in Flussbetten geworfen. Ungesehen von der Öffentlichkeit. Niemand bekommt das mit.
Und: noch immer ist Tierleid gesellschaftlich akzeptiert. Aus traditionellen Gründen oder einfach, weil es schon immer so war.
Doch man kann auch beobachten, dass diese Einstellung bröckelt. Und dort gilt es anzusetzen.
Wenn man echte Veränderung will, bringt es nichts, einfach nur Verbote auszusprechen. Veränderung findet zuerst in den Köpfen statt. Dabei ist Aufklärung eine der stärksten Säulen.
Auch wir alle hier tragen heute mit dem Galgomarsch in Leipzig wieder dazu bei, das Schicksal der Jagd- und Arbeitshunde in Spanien bekannter zu machen. Genauso wie die anderen Galgomärsche heute in Bremen, Mainz und Stuttgart und auch die kommenden in Berlin, Hamburg, Köln, München, Osnabrück, Saarbrücken, Graz, Wien und Zürich. Wir alle sind Teil einer europaweiten Bewegung, die sich gegen das Leid der Jagd- und Arbeitshunde in Spanien einsetzt. Und diese Bewegung wächst – in ganz Europa!
Damit senden wir ein starkes Zeichen unserer Solidarität an die spanischen Tierschützer*innen, die tagtäglich mit dem Leid der Hunde konfrontiert sind. Und wir wissen aus persönlichen Gesprächen, dass ihnen das neue Kraft und neuen Mut gibt.
Kann man mehr für die Jagdhunde in Spanien tun? Eine Frage, die immer wieder gestellt wird.
Wir haben uns diese Frage auch gestellt und unsere Antwort war die Gründung unseres Vereins.
Als Galgos United e.V. wollen wir die Bildungsarbeit im spanischen Tierschutz fördern, denn wir sind überzeugt davon, dass mit einer erfolgreichen Bildungsarbeit der Grundstein für Veränderung in der spanischen Gesellschaft gelegt werden kann, denn: Bildung verändert alles.
Es gibt bereits etliche spanische Tierschutzorganisationen, die wertvolle Bildungsarbeit leisten, die an Schulen gehen oder Kinder in ihre Tierheime einladen, um ihnen zu vermitteln, dass auch Jagd- und Arbeitshunde fühlende Wesen sind und das jedes Leben schützenswert ist.
Das wollen wir fördern.
Es gibt aber noch viele Dinge mehr, die man tun kann:
Freunden, Bekannten und Kolleg*innen von der Situation der Jagdhunde in Spanien erzählen und dabei helfen, ihr Schicksal bekannter zu machen.
Die eigene Stimme nutzen, um Petitionen zu unterzeichnen. Auch wenn das oft aussichtslos erscheint, weil es viele Petitionen zum gleichen Thema gibt. Man hat schon oft unterschrieben, aber geändert hat sich scheinbar kaum etwas.
Aber: eine Petition ist ein wertvolles und wichtiges Mittel der demokratischen Teilhabe. Sie muss allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um wirksam sein zu können.
Wichtig ist, dass das Anliegen fundiert recherchiert ist und Forderungen die aktuellen Gegebenheiten präzise berücksichtigen. Informiert euch, welche Petition geeignet ist. Auf unserer Homepage findet ihr einige Empfehlungen. Werdet nicht müde, eure Stimme abzugeben. Es kostet euch nichts, außer ein wenig Zeit.
Unterstützt Vereine, deren Arbeit euch überzeugt und sammelt Spenden, helft Flyer zu verteilen, geht zu Infoveranstaltungen. Bringt eure Berufserfahrung in die Vereinsarbeit ein, wenn es passt.
Helft als Freiwillige in spanischen Tierheimen.
Unterstützt Auktionen für den Tierschutz.
Nutzt eure Kreativität, eure Talente, eure Leidenschaft, um den Hunden zu helfen.
Erzählt in Gedichten oder Kurzgeschichten vom Leid der spanischen Jagdhunde oder tut das mit Musik, Fotografie, Malerei, Illustration oder Grafikdesign.
Neben der finanziellen Unterstützung von Vereinen gibt es viele Dinge, die dazu beitragen, das Leid der Jagdhunde sichtbar zu machen.
Und das ist mit das Wichtigste, damit die Akzeptanz von Tierleid weiter bröckelt und sich der Widerstand dagegen in der Gesellschaft Bahn brechen kann. Erst dann findet ein Umdenken statt, erst dann gewinnt der Tierschutz Mehrheiten in den Parlamenten, erst dann werden Gesetzestexte geändert, erst dann wird sich das Schicksal der spanischen Jagd- und Arbeitshunde verändern.
Dankeschön!

19.09.2026
GALGOMÄRSCHE IM HERBST
Zum Beginn der nächsten Jagdsaison in Spanien protestieren wieder viele Menschen gegen den Missbrauch der spanischen Jagd- und Arbeitshunde. Seid auch ihr dabei! Geht auf einen Galgomarsch in eurer Nähe und gebt den Hunden eine Stimme. Wir nehmen in Leipzig teil. Mit Stuttgart kommt diesen Herbst ein weiterer Marsch hinzu!
ACHTUNG: Da am 26.09. von verschiedenen Gewerkschaften ein Aktionstag gegen den Sozialabbau ausgerufen wurde, finden in vielen Städten Großkundgebungen statt. So auch in Bremen, Leipzig und Stuttgart. Aktuelle Informationen zu etwaigen Änderungen der Route findet ihr auf den Seiten oder Accounts der jeweiligen Galgomärsche.

05.09.2026
WINDHNUNDFEST DARMSTADT
Hier kommen viele Windhundmenschen zusammen. Eine gute Gelegenheit, unser Anliegen bekannter zu machen. Es war schön, bekannte und neue Menschen zu treffen, manche endlich einmal im echten Leben! Wir haben die Heimreise erschöpft, aber voller schöner Eindrücke und Inspirationen angetreten. Danke für die super Organisation des Windhundfest Darmstadt!
Nun ist unsere kleine „Sommertour“ schon wieder vorbei. Wir konnten wertvolle Erfahrungen für kommende Veranstaltungen sammeln und durften bereichernde Begegnungen erleben.
Dankeschön!

16.08.2026
SOMMERFEST GALGORETTUNG FRÄNKISCHES SEENLAND E.V.
Was für ein toller Tag auf dem Sommerfest der Galgorettung Fränkisches Seenland e.V.!
Wir bedanken uns bei allen lieben Menschen, die unseren Stand besucht haben und freuen uns, dass wir auch viele bekannte Gesichter und Freunde (wieder)treffen konnten. Wir hatten tolle Gespräche und schöne Begegnungen und sind noch ganz überwältigt.
Es war schön euch zu treffen: Gugu vom @tierschutz_spanien_ev, Tina und Basti vom windhund_netzwerk, Verena vom @muenchner_galgomarsch, Rafa von @mastinesenlacalle, Lea @happy.abby.grey mit ihrem Kevin, Nicole von @platz.und.bleib_fuerth, @apollo_podenco_and_me, @christianscheinhart, @windies_castle, @tanjaelm
1000 Dank an Bianca und ihr Team für die super Organisation. Wir kommen gerne wieder!

03.08.2026
ZU GAST AUF ZWEI SOMMERFESTEN
Es ist Sommer und etliche Tierschutzvereine laden zu ihren Sommerfesten ein.
Dort kommen immer viele interessierte Menschen zusammen, um sich zu informieren und auszutauschen.
Dieses Jahr nutzen wir zum ersten Mal diese Gelegenheit und stellen unseren Verein auf zwei Sommerfesten vor:
Am 16.8. bei der Galgorettung Fränkisches Seenland und am 5.9. beim Windhundfest Darmstadt.
Wir stehen mit einem Infostand bereit und freuen uns auf einen regen Austausch über die Situation der spanischen Jagdhunde und was wir tun können, um dabei zu helfen, das Leid zu beenden.
Die Veranstaltungsinfos zu den Festen findet ihr hier:

20.03.2026
OFFENER BRIEF AN DEN SPANISCHEN MINISTERPRÄSIDENTEN
In Spanien steht ein neues Königliches Dekret bevor. U.a. soll es die Verwaltung von Jagd- und Arbeitshunden neu ordnen. Dazu wurde eine öffentliche Konsultation abgehalten, die am 20.03.2026 geschlossen wurde.
"Die aktuellen Entwürfe der spanischen Ministerien in Zusammenarbeit mit den Jagdverbänden sehen vor, Hunde je nach Nutzung unterschiedlich zu behandeln. Jagd‑ und Arbeitshunde würden in vielen Situationen keinen gesetzlichen Mindestschutz mehr genießen (…)." *
Um das zu verhindern, wurde am 20. März ein offener Brief an den spanischen Ministerpräsidenten eingereicht, übergeben an 31 spanische Botschaften und Genralkonsulate in Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, Tschechien, Ungarn, Argentinien und Mexiko. Ausgearbeitet wurde der Brief von Tina Hartmann, 1. Vorsitzende Windhund-Netzwerk e.V. mit Unterstützung der spanischen Rechtsanwältin Maite Bautista Garrastazu. Ergebnis ist "ein juristisches Fundament, ein moralischer Appell und ein europäisches Signal."*
Mehr auf der Seite vom Windhund-Netzwerk e.V. (*Zitate: ebd.)

04.11.2025
FLYERAKTION “HEUTE GETROFFEN”
Auf Spaziergängen werden wir immer wieder nach der Rasse unserer Hunde gefragt. Eine gute Gelegenheit für ein bisschen Aufklärungsarbeit. Dafür gibt’s jetzt den Flyer “Heute getroffen”. Ihr kennt das und möchtet auch so einen Flyer mit euren Hunden? Dann meldet euch gerne über unsere Kontaktseite.

03.11.2025
CROWDFUNDING-PROJEKT "VIELE SCHAFFEN MEHR"
UPDATE 06.12.2025
Unser erstes Crowdfunding-Projekt war erfolgreich! Mit 3.342 € haben wir das Ziel sogar übertroffen. Wir danken allen Unterstützer*innen von Herzen! Das Geld finanziert den nächsten Berliner Galgomarsch und fließt in den Aufbau unseres Vereins.
+++++
Die Berliner Volksbank ist Teil der Crowdfunding-Initiative „Viele schaffen mehr“ und bietet ihren Kunden eine Projektförderung für regionale Projekte an. Unser regionales Projekt ist der Berliner Galgomarsch. Bis zum 5. Dezember können Spenden für das Crowdfunding-Projekt gesammelt werden. Die Bank fördert es, in dem sie jede Einzelspende verdoppelt.
Erreichen wir die Mindestsumme, wird der Kostenbedarf für den Berliner Galgomarsch überfinanziert. Der Überschuss fließt in unsere Vereinsarbeit.
Wir freuen uns über jede Spende und Unterstützung unseres ersten Crowdfundings!

27.09.2025
ZU GAST BEIM GALGOMARSCH LEIPZIG 2025
Wir sind der Einladung der Organisator*innen des Galgomarsch Leipzig sehr gerne gefolgt und haben unseren Verein vorgestellt. Hier könnt Ihr den Text unserer Rede noch einmal nachlesen:
Redebeitrag Galgomarsch Leipzig
Galgos United e.V. – Redner: Christoph Richter
Die Hetzjagd mit einem Windhund dauert nur wenige Minuten. Minuten, in denen der Hase in Todesangst versucht, zu entkommen. Der Windhund jagt ihm hinterher. Er kann nicht anders. Es ist tief in seinen Genen verankert. Glücksache, ob der Gejagte diese Minuten überlebt. Doch auch der Jäger überlebt sie nur mit Glück. Bricht er sich ein Bein, enttäuscht er seinen Besitzer oder findet er nach der Jagd nicht mehr zurück, ist auch sein Schicksal besiegelt. Verletzt zum Sterben zurückgelassen, angebunden, um zu verhungern, geschlagen, getreten, verstümmelt, aufgehängt…
In Spanien beginnt die nächste Jagdsaison. Der Auftakt für eine weitere Welle an verletzten und aussortierten Jagdhunden, die auf die Tierheime zurollt.
Wir sind heute hier, um auf die Situation der spanischen Jagdhunde aufmerksam zu machen. Jedes Jahr aufs Neue erheben Menschen in Europa ihre Stimme gegen das Leid der Galgos, Podencos, Ratoneros, Setter und aller anderen Jagdhunde in Spanien. Und jedes Jahr werden wir mehr und das Bewusstsein wächst.
Doch die Situation der spanischen Jagdhunde verändert sich seit Jahrzehnten kaum. Jahr um Jahr werden sie in Massen vermehrt, Jahr um Jahr werden sie in Massen aussortiert, ausgesetzt, dem Tode überlassen.
Wie kann das sein?
Ein Grund ist, dass die Verursacher des Leids der Jagdhunde zu wenig kontrolliert werden und kaum Strafen zu befürchten haben. Und dass Tierschützer und Tierschützerinnen gegen einen übermächtigen Gegner ankämpfen müssen, der Verbindungen bis in die Politik und ins spanische Königshaus hat – die Jagdlobby.
2023 hat Spanien ein neues Tierschutzgesetz bekommen und es sah am Anfang so aus, dass sich nun endlich etwas verändern könnte.
Doch die Jagd- und Gebrauchshunde wurden doch noch ausgeschlossen und der Tierschutz damit um Jahrzehnte zurückgeworfen. Die Hunde sind nun ihren Peinigern schutzlos ausgeliefert.
Wie geht es jetzt weiter? Viele Tierschützer*innen in Spanien sind entmutigt und niedergeschlagen. Doch sie lassen die Hunde nicht im Stich. Aufgeben ist für sie keine Option, doch „immer-so-weiter“ kann auch keine Lösung sein.
Es muss sich etwas verändern. Und damit sich die Situation der Jagdhunde verändern kann, muss sich etwas in der spanischen Gesellschaft verändern. In den Städten wissen viele Spanier*innen gar nicht, dass es ein Problem mit Jagdhunden in ihrem Land gibt.
Und was leider auch ein Problem ist: aus Gleichgültigkeit, fehlender Anteilnahme und falscher Loyalität wird Tiermissbrauch gedeckt, wie das Beispiel der Kleinstadt Azuaga in der Provinz Badajoz zeigt.
Hier ist ein Mann dafür verantwortlich, dass auf seinem Grundstück 32 Hunde verhungert und bei extremer Hitze unter widrigen Bedingungen gestorben sind. Einige frei, andere angekettet oder in Boxen eingesperrt. Alle in erbärmlichem Zustand, ohne Futter, ohne Wasser. Vernachlässigt und extrem abgemagert. Die 32 Kadaver wurden von der spanischen Umweltpolizei SEPRONA entdeckt, die Guardia Civil hat Ermittlungen aufgenommen und der Fall ist öffentlich geworden.
Die Organisationen Plataforma NAC, FENPCA und die Tierschutzpartei PACMA haben vor zwei Wochen zu einem Protest auf dem Rathausplatz in Azuaga aufgerufen, um Gerechtigkeit für die 32 getöteten Hunde und die Aufnahme der Jagd- und Gebrauchshunde in das Tierschutzgesetz zu fordern. Sie erlebten eine Geisterstadt. Die Straßen leer, Geschäfte geschlossen, Gastwirte, die sie nicht bedienen wollten. Eine Kleinstadt, die einen Tiermörder aus den eigenen Reihen deckt.
Das ist kein Einzelfall. Tierschützer*innen erleben immer wieder mangelnde Unterstützung und Gleichgültigkeit seitens der Verwaltungen, Behörden oder sogar der Sicherheitskräfte. Anzeigen werden einfach nicht aufgenommen, Behörden handeln nicht, stellen sich sogar auf die Seite der Täter und normalisieren grausame Handlungen oder Todesfälle.
Das muss sich ändern!
Das Bewusstsein muss gestärkt werden, dass auch Jagd- und Gebrauchshunde fühlende Wesen sind und das es keinen Unterschied gibt zwischen ihnen und Hunden, die als Haustiere gehalten werden.
Es muss ein Umdenken stattfinden. Es muss gesellschaftlicher Druck entstehen, auch die Jagd- und Gebrauchshunde in das Tierschutzgesetz aufzunehmen. Und: Tierleid darf nicht normalisiert und gedeckt werden.
Dafür ist Aufklärungs- und Bildungsarbeit eine wichtige Säule.
Viele Tierschutzorganisationen in Spanien arbeiten bereits an einem Wandel und setzten sich für ein Umdenken ein. Sie gehen an Schulen oder laden Klassen in ihre Tierheime ein, um den Kindern zu zeigen, dass Jagdhunde keine Werkzeuge, sondern auch fühlende Wesen sind, die genauso ein Leben mit Zuwendung und Liebe verdienen. Sie lehren einen achtsamen Umgang mit Tieren und leisten wertvolle Bildungsarbeit.
Das ist der Schlüssel.
Wir fragen uns oft: können wir von Deutschland aus überhaupt etwas dazu beitragen, dass sich die Situation vor Ort ändert? Hilft es, das Problem zu lösen, wenn wir als Freiwillige in spanischen Tierheimen mit anpacken, wenn wir Hunde sichtbar machen und in sozialen Netzwerken teilen, Vermittlungsarbeit leisten, Hunden eine Pflegestelle bieten oder sie adoptieren? Wenn wir Spenden sammeln oder bei Auktionen mitmachen? Oder wenn wir mit den Galgomärschen auf die Straßen gehen und gegen das Leid der spanischen Jagdhunde protestieren?
Ja, all das hilft. Es hilft jedem einzelnen Hunden und es hilft das Problem sichtbar zu machen. Und: es stärkt den spanischen Tierschützer*innen den Rücken. Unsere Solidarität gibt ihnen Kraft, weiterzumachen.
Trotzdem haben wir uns die Frage gestellt: Können wir noch mehr tun? Wir, eine Handvoll Privatleute. Wie können wir aktiv dabei helfen, die Situation vor Ort zu ändern?
Für uns war die Antwort: mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereins.
Mit Galgos United e.V. wollen wir den Spanier*innen dabei helfen, das Problem von innen heraus, aus der spanischen Gesellschaft zu verändern. Der Weg geht über die Bildungsarbeit im spanischen Tierschutz, denn die Hoffnung liegt in den heranwachsenden Generationen.
Wir hören Berichte, dass Enkel ihre Großväter bitten, mit der Jagd aufzuhören und ihre Hunde an Tierschützer*innen zu übergeben. Wir hören auch, dass Galgueros ihre Hunde abgeben, weil ihre Kinder oder Enkel die Jagd mit Hunden nicht fortführen wollen, sie haben kein Interesse daran. Veränderung beginnt im Kleinen. Sie hat bereits begonnen.
Mit unserem Verein Galgos United e.V. werden wir die Bildungsarbeit im spanischen Tierschutz fördern – ganz konkrete Projekte vor Ort. Da das nur mit Spendengeldern geht, sind wir auf Unterstützung angewiesen. Doch wir sind davon überzeugt, dass das der richtige Ansatz ist. Da zu fördern, wo der Grundstein für einen Wandel gelegt wird: in der Erziehung, in der Bildung, in der Aufklärung.
Und wir tun nur das. Wir fokussieren uns als Verein allein darauf, die Bildungsarbeit voranzubringen und dabei zu helfen, ein Umdenken in der spanischen Gesellschaft zu erreichen.
Damit sich die Situation für alle spanischen Jagdhunde verbessern kann, denn… Bildung verändert alles.
Danke an Elli, Ronald und die gesamte Orga vom Galgomarsch Leipzig! Ihr seid Teil der wichtigen Aufklärungsarbeit.
Danke!

10.09.2025
PLATAFORMA NAC – AZUAGA
In einer Rehala in Azuaga starben 32 Hunde grausam an Hunger, Durst und Vernachlässigung. 32 Leben, die durch das Tierschutzgesetz ungeschützt blieben.
Hier geht es zur vollständigen Meldung der Guardia Civil.
Was in Azuaga passiert ist, ist kein Einzelfall: Es ist die Folge einer ungerechten Gesetzgebung, die Jagdhunde vom Tierschutzgesetz ausnimmt.
Plataforma NAC (No A la Caza – Nein zur Jagd), die Tierschutzpartei PACMA und FENPCA (Nationaler Verband zum Schutz von Hunden, die für die Jagd, bestimmte Aktivitäten und berufliche Zwecke eingesetzt werden) fordern eine sofortige Reform:
Alle Hunde, ohne Ausnahme, müssen geschützt werden.
Azuaga erhebt sich gegen Grausamkeit
🕚 am 14. September 2025, 11:00 Uhr
📍 Plaza de la Merced (vor dem Rathaus) Azuaga (Badajoz)
Schließt Euch an! Auch wenn Ihr nicht kommen können, zählt Eure Stimme.
Schickt das Logo eurer Organisation oder eures Tierschutzvereins an folgende E-Mail-Adresse: nac@plataformanac.org
Damit zeigt Ihr eure Unterstützung und Ablehnung der Vorfälle. 238 Organisationen haben sich bereits angeschlossen.

02.09.2025
GALGOMÄRSCHE IM HERBST
Zum Beginn der Jagdsaison in Spanien werden wieder viele Menschen in Bremen, Leipzig und Mainz auf die Straße gehen, um gegen das Leid der spanischen Jagdhunde zu protestieren.
Nehmt am 27. September an einem Galgomarsch in eurer Nähe teil und gebt den spanischen Jagdhunden eure Stimme. Wir sind in Leipzig dabei und freuen uns auf rege Teilnahme.

21.06.2025
NACHRICHT EINER SPANISCHEN TIERSCHÜTZERIN
Diese Nachricht einer spanischen Tierschützerin erreichte einen befreundeten Tierschutzverein von uns während der Vermittlungsarbeit. Immer wieder brennen die Menschen aus, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, für die spanischen Jagdhunde zu kämpfen. Dem täglichen Leid und der Aussichtslosigkeit in einem Kampf gegen eine übermächtige Jagdlobby kann man nicht ewig standhalten.
Deshalb wollen wir dabei helfen, dass in der spanischen Gesellschaft ein solides Fundament geschaffen werden kann, aus dem Veränderung erwächst.
Nachricht:
No, I don’t want to adopt any more dogs. I still have my galga, cause first one of my galgos and a month later the other one needed to be put asleep for cancer reasons.
And after my galga is gone I will not take any more dogs for myself. I will have the foster dogs, but don’t want a dog for life anymore.
I am just very tired; this is a battle against time that we will never win. We only saved a lucky few, but there are still thousands we cannot reach. I feel exhausted, mentally and physically, and every time something unfortunate happens, my soul breaks into a thousand pieces that I can't keep putting back together, I can't take it anymore.
I continue giving my best for them every day, but I really don't have much strength left.
And we always depend on the help of other people to be able to move forward, but we cannot control their good and bad decisions and actions, and in the end, they are my responsibility.
Übersetzung:
Nein, ich möchte keine weiteren Hunde adoptieren. Ich habe noch meine Galga, denn zuerst musste einer meiner Galgos eingeschläfert werden und einen Monat später der andere, beide wegen Krebs.
Und wenn meine Galga nicht mehr da ist, werde ich mir keine Hunde mehr zulegen. Ich werde weiterhin Pflegehunde aufnehmen, aber keinen Hund mehr für mein Leben.
Ich bin einfach sehr müde; es ist ein Kampf gegen die Zeit, den wir niemals gewinnen werden. Wir haben nur ein paar Glückliche retten können, aber es gibt noch Tausende, die wir nicht erreichen können. Ich fühle mich geistig und körperlich erschöpft, und jedes Mal, wenn etwas Unglückliches passiert, zerbricht meine Seele in tausend Stücke, die ich nicht wieder zusammenfügen kann. Ich halte es nicht mehr aus.
Ich gebe jeden Tag mein Bestes für sie, aber ich habe wirklich nicht mehr viel Kraft.
Und wir sind immer auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen, um weitermachen zu können, aber wir haben keinen Einfluss auf ihre guten oder schlechten Entscheidungen und Handlungen, und letztendlich bin ich für sie verantwortlich.


